FAQs

Q: Climate Games?! Was ist das überhaupt und warum heißt es so?

Die Climate Games sind kreative und lustige Aktionstage, die von vielen selbstorganisierten Kleingruppen gestaltet werden. Sie geben einen Rahmen für die verschiedenen Aktionen vor und stellen bestimmte Ressourcen zur Verfügung. Die Climate Games selbst sind keine Aktion, bei der ihr euch einfach anschließt oder eine bestimmte Aktionsform, die ihr nachahmen könnt. Sie sind eher eine Plattform für eure eigene, kreative Umsetzung von politischen Aktionen jeglicher Art die sich gegen Klimaverschmutzer*innen, klimaUNgerechte Strukturen oder für das Gute Leben für Alle richten.

Der Name „Climate Games“ spielt auf eine Reihe ähnlicher Formate aus anderen Ländern an. Im Jahr 2015 wurden Climate Games als „the world’s largest Disobedient Action Adventure Game“ ausgerufen, der Trailer findet sich auf Youtube. Letztes Jahr gab es beispielsweise in Basel Climate Games, aus denen ein inspirierender Clip entstanden ist. Trotz des spielerischen Charakters veranstalten wir keinen Wettbewerb, denn wir spielen alle gemeinsam in einem Team.

Q: Gibt‘s auch eine Siegerehrung?

Nein. Alle kleinen Aktionsgruppen sind ein Team und zwar das „Wir-geben-uns-mit-den-derzeitigen-Verhältnissen-nicht-zufrieden-und-zeigen-das-auch“-Team. Die Team-Aktionsgruppen spielen jeweils für sich, alle zusammen spielen die Climate Games, aber keinen Wettbewerb untereinander. Am Ende werden wir natürlich den Abschluss der Spiele alle gemeinsam gebührend feiern!

Q: Warum das Ganze, was wollt ihr damit bezwecken?

Das Ziel der Climate Games ist es, auf bunte, laute und eventuell unangenehme Art und Weise aufzuzeigen, dass wir mit dieser klimaschädlichen Gesellschaftsorganisation nicht einverstanden sind! Wir können nicht länger zusehen, wie unsere Welt zugrunde gerichtet wird. Das Klimacamp wird einen Raum für Diskussionen, Weiterbildung, Vernetzung und gelebte Alternativen schaffen. Die Climate Games sind ein Rahmen, daneben auch praktisch aktiv zu werden. Sie erleichtern es, sich ein kleinen Gruppen zu organisieren und sich der gefährlichen Klimakrise und Ungerechtigkeit in den Weg stellen. Sie sind somit auch ein Sprachrohr und ein Verstärker für eure Anliegen: Welche Aktion, welchen Spruch, welche Ungerechtigkeit wolltest du schon immer mal kreativ unter die Leute bringen? Was regt dich schon immer auf, worauf möchtest du andere Menschen hinweisen?

Q: Was kann oder soll ich im Rahmen der Climate Games machen? Gibt es Einschränkungen bezüglich Aktionsformen, Zeit, Ort, Größe, Dauer?

Vieles ist möglich und erwünscht, aber nicht alles ist ein Climate Game! Spielen könnt ihr ganz Unterschiedliches, von Straßenkreide-Aktionen, Flashmobs und Theater-Performances über Kletteraktionen, Sitzblockaden und Besetzungen zu Adbusting, Kundgebungen, Fotostunts und Radiosendungen. Werdet kreativ, lasst euch inspirieren, setzt auf Bewährtes oder experimentiert mit Neuem!

Achtet dabei aber in jedem Fall auf eure Sicherheit und die, aller Beteiligten. An den Climate Games nimmt nur teil, wer sich innerhalb Aktionskonsens bewegt. Der Aktionskonsens ist der Rahmen der Climate Games, innerhalb dessen sich alle Beteilgten wohl fühlen. Innerhalb diesen Rahmens könnt ihr viele, bunte, lustige und mutige Aktionen setzen. Auf den Aktionskonsens wurde sich gemeinsam geeinigt. Schaut ihn euch bitte genau an durch und respektiert ihn. Wir möchten außerdem darauf hinweisen, dass jegliche Aktionen mit rassistischen, sexistischen und anderen diskriminierenden Motiven ganz bestimmt nicht innerhalb diesen Rahmen fallen und deswegen nicht Teil der Climate Games sein werden. Wir ermutigen euch ausdrücklich, eure Aktionen emanzipatorisch und inklusiv zu gestalten.

Q: Wie hängt das alles mit dem Klimacamp in Österreich zusammen?

Die Climate Games dürfen 2018 auf dem Klimacamp in Österreich zu Gast sein. Wir freuen uns über die Möglichkeit dort Workshops besuchen zu können und manche Infrastrukturen (und leckeres Essen) zu nutzen. Die Climate Games sind aber kein Teil des Klimacamps noch umgekehrt. Beiderseits gibt es aber die Auffassung, dass Bildung, Vernetzung und Aktionen eine sinnvolle Ergänzung für eine sozial-ökologische Transformation sind. Gemeinsam basteln wir (jede*r mit entsprechenden Mitteln) an einer besseren Welt.

Q: Ich bin alleine und hab‘ schon ein paar Ideen – wie komme ich zu meinem Team?

Wie in der Spielanleitung nachzulesen ist, ein Team der erste Schritt. Manchmal sprüht man aber vor Ideen und hat (noch) keine Verbündeten für die Umsetzung. Du hast dann mehrere Möglichkeiten:

1.) Wenn noch genug Zeit ist, sprich mit vertrauten und verspielten Menschen über deine Idee und gründe ein neues Team. Je früher ihr mit der Vorbereitung starten könnt, umso einfacher wird die Aktion ablaufen.

2.) Wenn du bis zum Klimacamp mit deiner Idee noch allein bist, komm‘ zum Bezugsgruppen-Speed Dating. Details dazu findest du mit dem restlichen Programm unter www.klimacamp.at

3.) Wenn du das Speed Dating verpasst hast, frag einfach beim Climate Games Infopunkt am Klimacamp, ob es vielleicht noch Spielinteressierte gibt.

4.) Kannst du die Idee nicht umsetzen, aber findest sie so genial, dass du sie mit anderen teilen willst? Dann notiere die relevanten Infos auf einer Spielkarte und wirf sie in den Zylinder beim Infopunkt. Der Aktionssommer ist noch lange 😉

Q: Wie komme ich/kommen wir zu Aktionsideen?

(1) Gründet als erstes ein Team und sprecht mit Freund*innen darüber, was euch beschäftigt. Für die Umsetzung werde ihr ohnehin auch Mitstreiter*innen brauchen, also warum nicht gleich damit beginnen? (wenn das nicht klappt, siehe Q:Ich bin alleine und hab‘ schon ein paar Ideen – wie komme ich zu meinem Team?)

(2) Mit oder ohne Team: ihr könnt das „Pferd von hinten oder vorne aufzäumen“ 😉

a) ihr habt schon ein Thema, dass ihr fix bearbeiten wollt (fossile Brennstoffe, Landwirtschaft, globale Ungleichheiten und Ausbeutung, Tierrechte, Mobilität,…)

Setzt am besten einen noch engeren Fokus plus leitet wenn möglich konkrete Forderung daraus ab. Überlegt euch welches „Ziel“ dieses Thema symbolisiert und welche Aktionen dort möglich sind. Mithilfe von Brainstorming entstehen da häufig viele Ideen, die nun konkretisiert und auf ihre Umsetzbarkeit getestet werden können.

b) oder ihr entscheidet euch für eine Aktionsform, die ihr lustig findet und sucht euch ein passendes Thema und Ziel dazu. Dazu könnt ihr euch vom Schwarzbuch inspirieren lassen.

Es hilft, wenn ihr richtig Spaß, Lust und Motivation dazu habt, zu einem bestimmten Thema mit einer super Aktion zu intervenieren 😉 In jedem Fall ist es wichtig, so früh wie möglich die Aktion zu konkretisieren und gut zu planen (Die Zeit wird am Ende IMMER knapp). Wichtig ist auch, dass ihr bei der Planung der Aktionskonsens im Kopf habt, damit eure Aktion überhaupt Teil der Climate Games ist.

Habt ihr keine Zeit oder Gelegenheit, euch etwas auszudenken (geschweige denn durchzuplanen), habt ihr folgende Möglichkeiten:

1.) Zieht eine Spielkarte aus dem Zylinder beim Infopunkt und setzt sie mit deinem Team um.

2.) Komm zum Aktions-Speed Dating beim Klimacamp. Dort findest du nicht nur Menschen, die vielleicht noch ein Team suchen, sondern Menschen oder Teams mit Ideen, die dich suchen. (siehe Programm auf klimacamp.at)

Q: Kann ich auch einfach hinkommen und mitmachen?

Ja, du kannst auch ohne Aktionsidee kommen, dich am Klimacamp einer Gruppe anschließen und dadurch an den Climate Games teilnehmen. Einerseits kannst du mit Leuten auf dem Klimacamp reden und vielleicht triffst du zufällig auf eine nette Gruppe, die genau dich für ihre Aktion brauchen. Andrerseits wird es auch ein Aktions-Speed-Dating genau für diesen Zweck geben. Aber bedenkt auch: die Climate Games sollen jede*n einzelnen zum Nachdenken anregen: darüber, wo sich diese klimaungerechte Welt sichtbar wird; aber auch, dass diese gesellschaftlichen Verhältnisse veränderbar sind; und was Alternativen wären. Viele verschiedene bunte und kreative Ideen sind effektiver als wenige Aktionen, bei denen dann viele mitmachen. Darüber hinaus sollen mit den Climate Games alle motiviert werden Aktionsideen zu entwickeln, neue Taktiken zu lernen und Aktionsformen auszuprobieren. Hier wäre es jetzt sinnvoll die Frage zu lesen: „Q: Wie komme ich/kommen wir zu Aktionsideen?“ ;-)

Q: Ich hab voll Lust, etwas zu einem bestimmten Thema zu machen, hab‘ eine grobe Aktionsidee (und vielleicht sogar schon eine Gruppe) aber ich habe bzw. wir haben so etwas noch nie gemacht – Wie plane ich eigentlich eine Aktion? Was muss ich dabei beachten?

Im Detail hängt das natürlich davon ab, was du vor hast. So oder so solltest irgendwann das Ziel deiner Aktion möglichst klar definieren. Außerdem hast du vielleicht ein bestimmtes Aktionslevel oder einen Aktionstyp im Kopf – z.B. ob die Aktion konfrontativ, kreativ, konstruktiv, militant, künstlerisch oder subversiv, …. sein soll. Dann kannst du aus einer Vielzahl an Aktionsformen wählen, die diesen Vorgaben und deinen Wünschen bestmöglich entspricht. Inspirationen dafür findest du zum Beispiel hier oder hier.

Wenn du Beratungen zur Entwicklung einer bestimmten Aktion brauchst, kannst du das Climate Games Kollektiv jederzeit per Mail oder beim Infopunkt am Klimacamp kontaktieren. Die Menschen dort werden vielleicht nicht alles wissen, aber dir sicher weiterhelfen können.

Außerdem ist es sinnvoll, das Programm des Klimacamps zu studieren. Es gibt dort einige spezielle Workshops zur Aktionsvorbereitung, aber auch ein Angebot zu „Aktionsplanung 101“. Auch die Spielanleitung auf der Climate Games Homepage kann dir weiterhelfen. Wichtig ist auch hier, den Aktionskonsens zu beachten und einzuhalten.

Q: Gibt es auch eine große, gemeinsame Aktion, bei der ich einfach mitmachen kann? Sollte ich meinen Plan mit anderen Aktionen abstimmen, haben wir (nicht) ein gemeinsames Ziel?

Nein und nein! 🙂 Die Climate Games bieten einen Rahmen, in dem sich Kleingruppen organisieren und mit jeweils eigenen, kreativen Aktionen teilnehmen, die sie entweder im Vorfeld, beim Speeddating am Klimacamp oder auch spontan entwickeln. Die Kreativität soll nicht durch gemeinsame Ziele oder Taktiken eingeschränkt werden.

Zum Rahmen gehören nur:
– Zeitraum (1. und 2. Juni)
– der Ort (Wien und Umgebung)
– und der Aktionskonsens

Die Offenheit soll es ermöglichen, dass jede*r Teilnehmer in den Aktionen so weit gehen kann, wie er oder sie möchte und auch selbst neue Erfahrungen sammeln kann. Gemeinsame Ziele kannst du in den ersten beiden Fragen (oben) nachlesen.

Q: Wer hilft mir, wenn ich nach der Aktion in der Scheiße (welcher Art auch immer) sitze?

Wie ihr im Aktionskonsens lesen könnt, ist jede*r für sein*ihr Handeln selbst verantwortlich. Dazu gehört eine entsprechende Vorbereitung euer Spielzüge und auch eine Einschätzung der Risiken, die unweigerlich mit jeder Aktion verbunden sind. Neben allen physischen oder psychischen Gefahren ist politischer Aktivismus (gerade in der aktuellen Zeit) fast immer auch legalen Risiken ausgesetzt. Zur besseren Einschätzung und Vorbeugung möglicher Rechtsfolgen findet ihr am Klimacamp Rechtshilfebroschüren, einen Rechtshilfe-Workshop und eine Rechtsberatung. Auch nach den Aktionstagen gibt es in Fällen von Repression eine solidarische Unterstützungsstruktur: Ihr erreicht die Antirepressions-Crew unter: legalteamfuersystemwandle@riseup.net (pgp).

Q: Wird irgendwie dokumentiert, was passiert?

Ja, es gibt ein Doku-Team das dafür sorgt, dass auch andere Menschen, die nicht dabei waren, von den tollen Aktionen der Climate Games erfahren. Das Dokumentationsteam besteht aus Personen, welche eure Aktionen begleiten und filmen können, damit wir danach ein kurzes Video daraus drehen können. Das Video wollen wir dann über unsere eigenen
Kanäle, das heißt Website, Facebook, Twitter und Youtube teilen.

Es ist sehr wichtig, dass ihr eine Person vom Dokumentationsteam mitnehmt! Sie wissen wie sie  filmen sollen und haben das richtige Equipment damit wir das Material danach schnell und in guter Qualität weiterverarbeiten können. Es erspart uns viel Arbeit, wenn ihr eine Dokumentations-Person mitnehmt.

Um die Details mit eurer Film-Person abzusprechen (was gefilmt werden soll und wie) empfiehlt es sich so früh wie möglich am Climate Games Infozelt vorbei zu schauen und mit dem Dokumentationsteam zu sprechen.

Im Vorfeld könnt ihr euch auch ganz kurze Statements überlegen (ein Satz): „Wir sind heute hier weil….“